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Zwischen Wachstum und Stagnation: Finanzteams unter Druck
Die Anforderungen steigen, die Teams bleiben klein. Was bei einem von FloQast veranstalteten Roundtable mit Finanz- und Accountingverantwortlichen in Berlin diskutiert wurde, betrifft längst nicht mehr nur einzelne Unternehmen, sondern die gesamte Branche: mehr Regulierung, mehr Reporting, mehr Komplexität. Das Einzige, was nicht wächst, sind die Ressourcen.
Im Mittelpunkt stand deshalb die Frage, wie Finanzteams unter diesem Druck arbeitsfähig bleiben – und welche Rolle Künstliche Intelligenz dabei spielen kann. Schnell wurde klar: Es geht hier nicht um den nächsten Tech-Trend, sondern um die Zukunft des Berufs.
Eine Teilnehmerin berichtete davon, dass ihr Unternehmen ein zweites, gleich großes Unternehmen integriert, ohne das Personal auszubauen. Andere sprachen von Shared Service Centern, die zwar Routineprozesse übernehmen, aber eng begleitet und regelmäßig nachgesteuert werden müssen. Mehr Arbeit, mehr Koordination – ohne echte Entlastung.
Die Künstliche Intelligenz ist da. Und mit ihr die Zweifel
Wenn Anforderungen wachsen und Ressourcen stagnieren, liegt Automatisierung nahe. Doch die Diskussion zeigte Skepsis – besonders dort, wo KI verantwortungsvollere Aufgaben übernehmen soll als „copy and paste“.
Niemand hatte Bedenken beim Auslesen von Belegen oder der Erfassung von Rechnungen. Sobald es jedoch um Analysen oder finanzielle Bewertungen ging, wurden die Vorbehalte größer. Wer trägt die Verantwortung? Wie nachvollziehbar sind die Ergebnisse? „Am Ende unterschreiben wir die Abschlüsse“, brachte es ein Teilnehmer auf den Punkt.
Gerade deshalb ist es für Finanzteams entscheidend, mit Anbietern zu arbeiten, die die Realität im Accounting verstehen und KI-Lösungen entwickeln, die prüfbar und nachvollziehbar sind. Effizienz allein reicht nicht. Wer unterschreibt, muss nachvollziehen können, was dahintersteht.
Am Steuer bleiben: Von der Angst zur Kontrolle
Bei aller Skepsis war eines klar: Die Zukunft entsteht nicht von selbst – sie wird gestaltet. Mehrfach fiel der Gedanke, dass KI kein Ersatz für Fachkräfte, sondern ein Werkzeug für sie ist. Ein digitaler Praktikant, der vorbereitet, strukturiert und prüft, während die Verantwortung beim Menschen bleibt.
Darin liegt der eigentliche Wendepunkt. Weg vom Abarbeiten einzelner Buchungssätze, hin zur Bewertung und Steuerung. In hybriden Teams aus Mensch und KI bleibt der Mensch im Fahrersitz. Erfahrung, Kontextverständnis und Urteilsvermögen von Finanzprofis werden nicht automatisiert, sondern gewinnen an Bedeutung. KI verändert die Aufgaben, aber nicht die Verantwortung.
Nicht jeden Cent jagen: Fortschritt vor Perfektion
Wer gestalten will, darf nicht auf perfekte Bedingungen warten. Gerade im deutschen Markt ist Präzision kein Nice-to-have, sondern Grundhaltung. Der Anspruch auf saubere Daten ist hoch. Doch genau hier liegt ein weit verbreitetes Missverständnis: Perfekte Datensätze sind keine Voraussetzung für KI. Wer auf Perfektion wartet, kommt selten ins Handeln.
„Don’t chase the last cent“, riet eine Teilnehmerin der Gruppe. Präzision bleibt wichtig, aber Fortschritt entsteht nicht durch Fleiß im Kleinen. KI kann helfen, Strukturen zu stabilisieren, Muster sichtbar zu machen und Prozesse zu optimieren. Es muss nicht alles perfekt sein, um besser zu werden. Entscheidend ist, den ersten kleinen Schritt zu machen.
Der Prozess kommt zuerst
Wer KI im größeren Stil anwenden will, sollte nicht mit der Technologie beginnen, sondern mit den eigenen Abläufen. Denn Automatisierung ist nur dort wirksam, wo Prozesse klar strukturiert sind und Verantwortlichkeiten greifen.
Genau hier setzen FloQast und der Implementierungspartner CFGI an. Ihr „Process-first“-Ansatz bedeutet: erst verstehen, dann automatisieren. Welche Schritte sind standardisierbar? Wo entstehen Medienbrüche? Und welche Aufgaben eignen sich tatsächlich für einen KI-Agenten?
So wird KI nicht zum Selbstzweck, sondern zu einer strukturierten Erweiterung des Teams. Sie übernimmt klar definierte Aufgaben, schafft Transparenz und entlastet dort, wo Routine Ressourcen bindet.
Technologie allein reicht nicht
Dass FloQast nun einen eigenen Hub in Berlin eröffnet, ist mehr als eine neue Adresse. Es ist ein klares Signal an den deutschen Markt – und an die Finanzteams, die genau mit den Fragen ringen, die im Roundtable diskutiert wurden.
„By Accountants for Accountants“ ist mehr als ein Claim. Es beschreibt eine Haltung. KI-Agenten werden mit einem klaren Verständnis für fachliche Anforderungen und Prüfbarkeit entwickelt. Und sie stehen nicht für sich allein: Dahinter stehen Menschen vor Ort, die die Realität im Accounting aus eigener Erfahrung kennen.
Der Schritt nach Berlin zeigt: KI im Accounting ist kein Alleingang. Es gibt Ansprechpartner vor Ort, die Finanzteams auf diesem Weg begleiten.
Die Zukunft entsteht nicht von selbst
KI wird das Accounting verändern. Wie sie es verändert, entscheiden die Finanzteams. Wer Prozesse versteht, kann sie weiterentwickeln. Wer Erfahrung mitbringt, kann KI sinnvoll steuern. So wird Technologie zum Hebel, nicht zum Risiko.
Hybride Teams aus Mensch und KI sind dabei keine Vision, sondern ein realistisches Modell. KI-Agenten übernehmen vorbereitende, repetitive Aufgaben. Menschen prüfen, bewerten und entscheiden. Das Rollenbild verschiebt sich – weg vom Abarbeiten, hin zum Gestalten.
Damit das gelingt, müssen Unternehmen ihre Teams befähigen. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Upskilling ist Führungsthema: Kompetenzen aufbauen, Unsicherheiten ernst nehmen, die Nutzung im Alltag verankern. Die zentrale Frage ist nicht, ob KI kommt. Sondern wer sie aktiv mitformt. Und genau darin liegt die Chance.